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Ihre Fragen beantwortet: Einblicke aus der SPRECHZEIT

Darline Marx und Theresa Schölderle bei der Sprechzeit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Zum ersten Mal durften wir die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bei der SPRECHZEIT mit neolexon Expertinnen unterstützen. Die Sprachtherapeutinnen Dr. Theresa Schölderle und Darline Marx standen den Anrufer:innen mit Rat und Tat zu den Themen Aphasie und Sprechapraxie zur Seite. Wir bedanken uns bei der Stiftung für die tolle Zusammenarbeit!

Was waren die häufigsten Fragen?

„Meinem Mann macht seine Aphasie schwer zu schaffen und es geht nur langsam voran. Kann man die Therapie intensivieren?“

neolexon: In der ambulanten Therapie bewilligen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht mehr als zwei Einheiten in der Woche. Es gibt einige wenige Zentren in Deutschland, die eine Intensivtherapie über drei Wochen anbieten. Je nach Voraussetzung der Patienten kann das sogar über reguläre Verordnungen abgerechnet werden. Wichtig ist aber über die Therapie-Einheiten hinaus das Eigentraining, zum Beispiel digital mit einer Aphasie-App.

„Ich habe durch die Logopädie schon viel erreicht. Schwer fällt es mir, an Gesprächen teilzunehmen, bei denen mehrere Personen durcheinanderreden.“

neolexon: Das ist ganz natürlich und kann schon für gesunde Menschen eine Herausforderung sein. Hier sollten Sie sich trauen, das Gespräch aktiv zu strukturieren. Bitten Sie die Teilnehmenden, nicht durcheinander, langsam und deutlich zu sprechen. Das ist völlig legitim. Oft sind Menschen dankbar für solche Anregungen, weil sie ihnen Verhaltenssicherheit geben und sie selbst auch davon profitieren.

„Wie funktioniert die Sprachtherapie mit einer Logopädie-App – und muss ich das selbst zahlen?“

neolexon: Seit 2020 gibt es in Deutschland DiGAs. Diese Digitalen Gesundheitsanwendungen erhalten Patienten wie ein Medikament auf Rezept. Voraussetzung ist die Zulassung der App als DiGA. Im Bereich der Sprachtherapie verfügt die neolexon Aphasie-App über eine solche Zulassung, Patienten können sie also kostenlos nutzen. In ganz Deutschland gibt es mittlerweile Therapiepraxen, die mit der App arbeiten. Die Patienten nutzen sie auch für das Eigentraining zu Hause, Therapeuten können die Hausaufgaben individuell einstellen und die Erfolge messen.

„Mein Schlaganfall liegt jetzt zwei Jahre zurück. Noch immer machen mir Wortfindungsstörungen zu schaffen. Wird das noch besser?“

neolexon: Eine Prognose ist immer schwierig, aber nach einem Schlaganfall sind es gerade die neuropsychologischen Funktionen, die sich auch Jahre später noch verbessern können. Insbesondere für die Aphasie gibt es einige Studien, die das Potenzial belegen. Wichtig ist, weiter durch Therapie und Eigentraining an der Rehabilitation zu arbeiten, dann sind weitere Fortschritte möglich. Das Gehirn lernt ein Leben lang.

Die meist gestellten Fragen zu allen unsichtbaren Folgen eines Schlaganfalls aus der Sprechzeit finden Sie hier: https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/aktuelles/expertinnen-rat-zu-unsichtbaren-folgen 

Die neolexon Aphasie-App wurde entwickelt, um Menschen mit Aphasie oder Sprechapraxie nach einem Schlaganfall zu unterstützen – kostenlos als App-auf-Rezept, nachgewiesen wirksam* und flexibel im Alltag nutzbar. Wir glauben, dass digitale Lösungen und persönliche Beratung Hand in Hand gehen müssen. Die Partnerschaft mit der Deutschen Schlaganfall-Hilfe ist deshalb für uns ein gemeinsames Zeichen für mehr Sichtbarkeit und bessere Versorgung von Menschen mit Aphasie nach Schlaganfall.

*Lehner et al. (2025). Therapie-App auf Rezept bei Aphasie. Forum:logopädie, 39(4), 30-35, Juli 2025.